Alternativvorschläge zum Bebauungsplan am Alten Bahnhof

„Mit den Annahmen von gestern kann man nicht die Herausforderungen von morgen meistern.“
Interessierte Miltenberger diskutierten am Freitag, den 09.08.2019 im Restaurant Mildenburg Alternativen für das Gelände an der Mainzer Straße. Zu diesem kommunalpolitischen Stammtisch konnte auch Stadtrat Rainer Rybakiewic begrüßt werden, der durch seine fundierten Kenntnisse der Miltenberger Kommunalpolitik wertvolle Hinweise und Beiträge beisteuerte. Zu Beginn stand die Frage im Mittelpunkt, ob das Bürgerbegehren zum Bebauungsplan weit genug gehen würde. Dieter Heilemann von den Grünen in Miltenberg, der den Abend moderierte, machte deutlich, dass das Bürgerbegehren bewußt zurückhaltend formuliert wurde, um eventuell mögliche Schadensersatzforderungen seitens der activ-group und Nachteile für die Stadt Miltenberg abzuwenden. Das Bürgerbegehren sei nur ein erster Schritt, im Anschluss sei es nötig eine Bürgerinitiative zu gründen, die die weitere Entwicklung des Geländes aktiv mitgestaltet. Diese Bürgerinitiative hätte so parallel die Aufgabe die Altstadt von Miltenberg zu schützen und einen Abfluss von Kaufkraft städtebaulich zu verhindern. Dazu muss sie auf eine breite Basis in der Bevölkerung zählen können. Allgemein war zu spüren, dass das sogenannte „Fachmarktzentrum“ auf breite Ablehnung stößt, ein Lebensmitteldiscounter und ein Drogeriemarkt seien denkbar, der Rest sollte der Wohnbebauung gewidmet werden mit Wohnraum auch für junge Familien. Neben einer guten Nahverkehrsanbindung sei vor allem ein schneller Breitbandanschluss nötig, um die Attraktivität des Wohnens dort zu erhöhen. Das würde auch Steuermehreinnahmen bringen, die bei Filialisten zweifelhaft seien. Für die Altstadt von Miltenberg hält man es für notwendig aus kleineren Verkaufsflächen durch Zusammenlegung größere Einheiten zu bilden, hier sei die Stadtverwaltung mit einer proaktiven Innenstadtentwicklung gefordert. Die Anwesenden sahen sich in ihrer Meinung bestärkt durch aufmunternde Kommentare von zufällig anwesenden Gästen an den Nachbartischen, die dem „Fachmarktzentrum“auf keinen Fall zustimmen wollen. Am Ende wurde festgestellt, dass die Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren in den meisten Miltenberger Einzelhandelsgeschäften ausliegen und dort unterschrieben werden können.

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