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Die Dimensionen sind heftig! – Begehung des Geländes „Alter Bahnof“

Die Begehung des Geländes „Alter Bahnhof“ macht den interessierten Bürger*innen die Ausmaße der aktuellen Planungen deutlich.

Am Sonntag, 12. Januar, hatte der Ortsverband Miltenberg und Umgebung von „Bündnis 90/Die Grünen“ am Nachmittag zur gemeinsamen Begehung des Geländes am „Alten Bahnhof“ eingeladen. Mit Plänen und langem Maßband ausgestattet, fanden sich rund 20 Personen ein. „Schön, dass darunter auch viele interessierte Bürger*innen und Kandidat*innen anderer Stadtratslisten sind“, freute sich Ortssprecher Lukas Hartmann, „das zeigt, dass wir mit unserem Schwerpunkt Bahnhofsbebauung ein Thema aufgreifen, das die Miltenberger*innen bewegt“.

Bürgermeisterkandidatin Sabine Stellrecht-Schmidt führte die Teilnehmer*innen über das Gelände und erläuterte die derzeitige Planung, zunächst im Bereich „Einkaufen“.

Die Läden sollen unter anderem dem Supermarkt neue Laufkundschaft bringen – der bestehende, für den Edeka alleine viel zu große Parkplatz, wird dafür aber gar nicht genutzt. Stattdessen entsteht eine riesige neue Parkfläche. „Durch diese unnötige Versiegelung befürchte ich, dass der Supermarkt nicht Laufkundschaft bekommt, sondern Fahrkundschaft – die Leute werden kurz ins Auto steigen, um auf den anderen Parkplatz zu fahren“, kritisierte Stadtratskandidat Frank Küster. „Wer dagegen zu Fuß oder mit dem Bus ankommt, muss sich erst mal durch den Parkplatz-Suchverkehr quälen“. Zwischen Gehweg und den neuen Parkplätzen steht derzeit noch eine Allee mit alten Bäumen. „Diese müssen unbedingt erhalten werden“, forderte Stellrecht-Schmidt, „die Planung nimmt darauf aber keine Rücksicht, und die Formulierung zu den Bäumen im Bebauungsplan ist windelweich – wenn wir das nicht ändern, werden sie Stück für Stück weichen müssen“.

Die Ausmaße der Verkaufsgebäude wurden gemeinsam visualisiert, indem sich Teilnehmer*innen an die Ecken stellten. Vielen war die Gestaltung zu wuchtig – gerade im Umfeld von Mainzer Tor und dem alten Bahnhofsgebäude. „Nachdem wir die Umrisse der geplanten Gebäude darstellen bekommt man erst ein Gefühl wie überdimensioniert geplant wird. Das ist heftig. Warum muss ein Ladengeschäft mit einem Stockwerk eigentlich sieben Meter hoch sein?“, fragte eine der anwesenden Teilnehmer.

Danach verschafften sich die Teilnehmer*innen einen Überblick über die Wohnbebauung. Die Teilnehmer*innen waren erschrocken, wie nahe die Gebäude am Fluss

geplant sind, und wie steil dann die Böschung werden muss. „Die Planungen stehen zwar unter der Überschrift ‚Wohnen am Fluss‘, aber es gibt keinen öffentlichen

Aufenthaltsbereich zwischen Gebäuden und Wasser“, kritisierte Hartmann. Außerdem seien die erlaubten Wandhöhen auf das Straßenniveau bezogen, der Main liege aber vier Meter tiefer. „Von dort aus und von der anderen Seite sehen die Gebäude wie Hochhäuser aus – wir wollen zwar viel Wohnfläche schaffen, aber wir müssen auch auf das Stadtbild und die Lebensqualität Rücksicht nehmen!“, so Hartmann weiter. Schließlich wurde noch die Planung für das Hotel betrachtet. „Da wir noch keinen Betreiber und kein Konzept haben, irritiert es, dass exakte Bereiche für einen vier- und einen siebenstöckigen Bereich vorgesehen sind“, kritisierte Dieter Heilemann, Kreistagskandidat aus Bürgstadt, „ich finde, dieser Teil sollte ganz aus dem Bebauungsplan herausgenommen werden“.

Die Veranstaltung klang aus mit einer Kaffeerunde im „Rosa´s Glück“. Dabei wurden schon zahlreiche Ideen diskutiert, die in die „Kreativwerkstatt“ einfließen sollen. Zu dieser Veranstaltung laden die Grünen am kommenden Samstag, 18.1.2020 von 14-18 Uhr in die Klangfabrik in der Schirmerstraße 12 ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen alternative und neue Ideen für die Bebauung des alten Bahnhofgeländes gesammelt werden.

Autor: Frank Küster

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